Grundlagen

Meditationsmusik

Man sagt, Meditation sei die höchste Form der Glückseligkeit. Um diesen Zustand zu erreichen, gibt es eine Vielzahl von Meditationstechniken. Fast alle setzen Musik als Bestandteil ein – Meditationsmusik, die für die Unterstützung der Meditation von unschätzbarem Wert ist.

Was genau Meditationsmusik ist, wie sich von Entspannungs- oder Wellness-Musik unterscheidet, wie sie wirkt und welche Musik für Sie die Richtige ist, erfahren Sie in den folgenden Punkten…

 

Auf einen Blick

  • Was ist Meditationsmusik?

    Meditation ist vom lateinischen Wort „Meditatio“ abgeleitet und bedeutet „zur Mitte ausrichten“. Meditation soll Körper, Geist und Seele stärken und ins Gleichgewicht bringen. Der meditative Zustand ist neurologisch als Veränderung der Hirnwellen messbar. Der Herzschlag wird verlangsamt, die Atmung vertieft, Muskelspannungen reduziert. Sie war und ist ins vielen Religionen und Kulturen Bestandteil der spirituellen Praxis.Man unterscheidet die passive (z.B. Achtsamkeits- oder Stillemeditation) und die aktive Meditation (z.B. Yoga, Tanz, Kampfkunst, Mantra-Gesang).Rhythmische Klänge und Musik erleichtern die Meditation erheblich, denn Musikalität ist jedem Menschen angeboren und Musik wirkt direkt auf die Seele. Schon unsere Vorfahren wussten um die Macht der Musik, was sich in vielen traditionellen und spirituellen Liedern und Gebeten ausdrückt. Die positive Wirkung der Musik nutzt auch die Musiktherapie.
  • Wodurch unterscheidet sich Meditationsmusik von Entspannungsmusik?

    Unter Entspannungsmusik versteht man Musik, die als ruhige Klanglandschaft im Hintergrund eine entspannende Wohlfühlwirkung entfaltet. Sie wird in vielen Bereichen, in denen eine Entspannung angestrebt wird, eingesetzt, z. B. bei Meditationen, Massagen, Wellness-Behandlungen oder im privaten Bereich in der Freizeit. Meditation hat aber nicht immer Entspannung zum Ziel. Deshalb ist Meditationsmusik mehr als reine Entspannungsmusik, die in erster Linie Spannungen lösen und einen entspannten Zustand von Körper, Geist und Seele erzeugen soll. Denn Meditationsmusik beinhaltet einerseits entspannende Musik für die passive Meditation, deckt aber auch einen dynamischen Musikstil wie Trommel- oder andere lebhafte Musik ab, der die aktive Meditation unterstützt.
  • Was ist der Unterschied von Meditationsmusik und Wellness- und Spa-Musik?

    Wellness- und Spa-Musik ist ruhige, meist melodische Musik. Diese Musik wirkt entspannend und trägt zum Wohlfühlen, zur Wellness bei. Oftmals wird diese Musik als Sampler angeboten, d.h. es sind verschiedene Interpreten auf einem Album zu finden. Sie ist Teil der großen und weit gefächerten Kategorie der Entspannungsmusik. Insofern gilt für Wellness- und Spa-Musik das gleiche wie für die Entspannungsmusik.
  • Wie wirkt Meditationsmusik?

    Meditation und Musik lassen sich kaum trennen. Zur Unterstützung der Meditation ist Meditationsmusik als „Sprache des Herzens“ von unschätzbarem Wert. Grund dafür ist, dass Musik als Schwingung unmittelbar auf den Menschen wirkt, was auch der japanische Wissenschaftler Masaru Emoto in seinem Buch Die Botschaft des Wassers eindrucksvoll dargestellt hat. Meditation ist somit kein isolierter Denkprozess, sondern betrifft den ganzen Menschen, der selbst Schwingung ist. Meditationsmusik kann entspannend oder vitalisierend wirken. Beruhigende Musik als Meditationsmusik besitzt nachweislich einen positiven Einfluss auf Atem und Herzschlag, Blutdruck und Gehirnwellen und wirkt entspannend. Entspannung wiederum ist Voraussetzung bzw. die Vorstufe für die Meditation. Schnelle, rhythmische Meditationsmusik dagegen wirkt vitalisierend oder trancefördernd und ist z.B. bei der Bewegungsmeditation oder bei schamanischen Trance-Reisen von Bedeutung. Sie regt den Kreislauf an und hilft einerseits, die dynamische Meditation durchzuhalten und andererseits, die Wirkung der Bewegung zu verstärken oder eine bewusstseinserweiternde Wirkung zu entfalten.
  • Welche Stilrichtungen in der Meditationsmusik gibt es?

    Meditationsmusik lässt sich grob in Musik mit östlichen oder westlichen Einflüssen und östlich-westliche Musik (New Age) unterteilen. Die östliche Meditationsmusik wird oft für Energiearbeit eingesetzt, die in Asien beheimatet ist, z.B. im Qi Gong oder im Tai Chi Chuan. Hierzu zählt auch die reine Klangmeditation mit Klangschalen, die durch ihren lang anhaltenden Klang die Menschen oftmals tief berühren und in der Klangtherapie eine heilende Wirkung entfalten können. Im Zuge der Hippie-Ära in den 60iger und 70iger Jahren kam es zu einer Vermischung der musikalischen Einflüsse von Ost und West, denn viele westliche Musiker reisten auf der Sinnsuche nach Indien. Bekannte Musiker wie Deuter, Karunesh und Klaus Wiese verbanden indische Musikstile mit den ihnen bekannten westlichen Musikeinflüssen zu einem ganz neuen Musikstil, der unter dem Begriff New Age bekannt wurde. Diese Musik stellt einen großen Anteil der heutigen Meditationsmusik dar. Hier finden sich einerseits traditionelle Instrumente Asiens, wie Sitar, Tabla oder Bambusflöte, aber auch moderne westliche Instrumente wie Keyboard und Gitarre. Oft handelt es sich um die Interpretation traditioneller spiritueller Lieder und Mantras (Mantra-Musik). Die westliche Meditationsmusik beinhaltet vorwiegend klassische Musik oder Gregorianische Gesänge.
  • Wo und wie wird Meditationsmusik eingesetzt?

    Meditationsmusik kann als Untermalung einer Meditation im Hintergrund oder als Leitelement im Vordergrund stehen. Man kann Meditationsmusik aber auch durch Mitsingen (Chanten) auf sich wirken lassen. Die Musik bei geführten Meditationen (z.B. Phantasiereisen, Chakra-Meditationen, Tiefen-entspannung) ist der sprachlichen Meditationsanleitung untergeordnet, hat ein ruhiges Tempo und dient der Verstärkung der Entspannung und der Meditationswirkung. Eine Ausnahme bildet hier die schamanische Reise, die meist durch einen gleichmäßigen, unüberhörbaren Trommelrhythmus geführt wird. Dieser Rhythmus führt nicht in die Entspannung, sondern in einen tranceartigen Zustand. Auch bei der passiven Meditation dient die Meditationsmusik der Entspannung und ist entsprechend beruhigend. In der dynamischen Meditation steht die Musik im Vordergrund. Das Tempo ist meist schnell und rhythmisch. Die Musik fördert die Bewegung und die damit verbundenen körperlichen, geistigen und seelischen Prozesse. Beispiele: die Yoga-Praxis (z.B. die dynamischen Übungen im Kundalini Yoga), Tanz der Derwische im Sufismus, Tanz nach den 5 Rhythmen nach Gabrielle Roth. Es gibt auch Meditationsmusik zum Mitsingen: Mantra-Musik. Hier werden die Mantras vielfach singend wiederholt. Der Geist wird so mit dem Meditationsobjekt verbunden. Mit einem Mantra, einem Wort der Kraft, wird aus einem Klang eine Energie freigesetzt. Das Mantra-Singen ist Bestandteil des Yogas.
  • Meditieren – aber richtig

    Meditation verträgt keine Störungen. Suchen Sie sich daher einen Ort und einen Zeitraum, in dem Sie ungestört von Telefonanrufen, Familie oder anderen Unterbrechungen meditieren können. Meditation sollte Ihnen zur täglichen Gewohnheit werden, indem Sie möglichst regelmäßig und immer zur gleichen Zeit meditieren. Für die ruhige Meditation trägt eine bequeme Unterlage wie ein Sitzkissen oder eine Yogamatte zum Wohlgefühl und zur Entspannung bei, ebenfalls bequeme Kleidung. Hilfreich ist eine Meditationsuhr, auch Meditationstimer oder Zen-Wecker genannt. Solche Meditationsuhren, erübrigen jeden Gedanken an die Zeit und signalisieren das Ende der Meditation auch bei geschlossenen Augen Wählen Sie sich eine passende Meditationsmusik aus, die Ihnen gefällt und los geht es. Für eine dynamische Meditation wie Yoga oder die Kundalini-Meditation von Osho ist vorab eine Einführung unter Anleitung sinnvoll, bevor man sie alleine ausübt. Viel Erfolg!